Es geht darum, dass der Riese die Konkurrenz behindern und sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen will, indem er sein eigenes geschlossenes Besucherverfolgungssystem mit nervigen und aufdringlichen Registrierungsaufforderungen und der «Einloggen-für-jede-Seite»-Strategie aufbaut. Damit er die Unternehmen noch mehr in Geiselhaft nehmen kann.

Ich will es einmal etwas überspitzt formulieren. Retargeting wird im Prinzip nur noch auf zwei Arten funktionieren. Entweder Sie verkaufen Ihre Seele an den Suchmaschinenmonopolisten, was Ihr Unternehmen in eine noch nie dagewesene Abhängigkeit treibt, in der Sie definitiv keine Kontrolle mehr über Ihre Daten haben, oder Sie bauen selbst Systeme und Prozesse auf, um die notwendigen Daten für das Marketing der Zukunft zu sammeln, über die Sie auch die 100-prozentige Kontrolle haben.

Das Gute am Verschwinden dieser Tracking-Cookies ist, dass viele Unternehmen endlich darüber nachgedacht haben, ob es wirklich sinnvoll ist, einen Besucher über Monate mit der gleichen Produktwerbung zu belästigen. Wohlgemerkt für ein Produkt, das er in der Regel längst gekauft hat.

Im Zuge dieser Überlegungen haben sich bereits viele Unternehmen dazu entschlossen, eigene Kundendatenplattformen und Systeme aufzubauen. So können sie die notwendigen Kundendaten sammeln, um den Kunden wirklich in den Mittelpunkt des eigenen Unternehmens zu stellen.