Die grosse Stärke des Internets, die unerschöpfliche Masse an Wissen, erweist sich hier vielleicht nicht als die grösste Schwäche, aber zumindest als ein sehr grosses Hindernis bei der Wahrheitsfindung.

Ich weiss, du bist dieses Themas überdrüssig, aber nehmen wir Corona als gutes Beispiel für diese Wissensüberflutung.

Hier kommen gleich mehrere Probleme zusammen.
Du befindest dich in deiner eigenen Filterblase, denn du hast dich sicher schon ausgiebig über verschiedene Aspekte des Themas informiert. Je nachdem, welche und wie viele Beiträge Du auf welchen Plattformen geliked hast, welche Meinungen Deine Kontakte vertreten, welche Suchbegriffe Du bei Google eingegeben hast, in welchen Foren Du Dich bewegst oder auch welche Produkte Du im Internet gekauft hast, ist Dein Profil zu diesem Thema entstanden.

Wenn Du nun etwas suchst, werden diese Ergebnisse zu einem grossen Teil aufgrund Deines Profils ausgespielt. Das bedeutet, dass die Suchergebnisse alles andere als neutral sind. Eine denkbar schlechte Ausgangslage für eine neutrale Suche.

Hinzu kommt, dass jede Front zu diesem Thema fast ausschliesslich statistische Daten verwendet, um ihre Argumentation zu untermauern. Auch das hilft bei der Wahrheitsfindung nicht wirklich weiter.

Schaut man sich nun den angeblich existierenden Qualitätsjournalismus an, so erkennt man sehr schnell, dass auch hier eine neutrale Haltung vergeblich gesucht wird. Zu lange wurde die persönliche Meinungsbildung kultiviert und fliesst mehr oder weniger in jeden Artikel ein.

Nimmt man nun diese Probleme zusammen und multipliziert sie mit den irrtümlich verfassten oder verbreiteten Artikeln und den bewusst in manipulativer Absicht in Umlauf gebrachten Falschmeldungen, so erkennt man, dass es in den meisten Fällen schlicht unmöglich ist, die Wahrheit ans Licht zu bringen.